{"id":1327,"date":"2026-07-10T11:14:33","date_gmt":"2026-07-10T09:14:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brueckezuisrael.org\/israel\/juedische-identitaet-und-resilienz\/"},"modified":"2026-07-10T11:14:33","modified_gmt":"2026-07-10T09:14:33","slug":"juedische-identitaet-und-resilienz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brueckezuisrael.org\/israel\/juedische-identitaet-und-resilienz\/","title":{"rendered":"J\u00fcdische Identit\u00e4t und Resilienz"},"content":{"rendered":"<p>\u200bIn Israel schlummern viele junge Talente mit einem gro\u00dfen kreativen Potential. Einer von ihnen ist Moshe Shamah.<br \/>\nDer Beitrag J\u00fcdische Identit\u00e4t und Resilienz erschien zuerst auf Israelnetz.\u00a0<\/p>\n<p>Die Begr\u00fc\u00dfung durch Moshe Shamah und seine Partnerin Chanah ist herzlich. Es ist sehr warm und ungew\u00f6hnlich schw\u00fcl an diesem Tag in Jerusalem. Bevor wir uns der Kunst zuwenden, offerieren meine Gastgeber Wasser, Kaffee und Geb\u00e4ck, eine willkommene St\u00e4rkung in der Hitze. Chanah erz\u00e4hlt, dass sie urspr\u00fcnglich aus der Ukraine stammt, nach ihrer <em>Alija, <\/em>der Einwanderung, in der israelischen Armee gedient hat. Seit geraumer Zeit arbeitet sie f\u00fcr eine Organisation, die <em>olim chadaschim, <\/em>j\u00fcdische Neueinwanderer, unterst\u00fctzt und durch den Dschungel der israelischen B\u00fcrokratie begleitet.<\/p>\n<p>Nach der St\u00e4rkung f\u00fchrt mich Moshe in sein kleines Atelier. Beim Betreten des Raumes f\u00e4llt mein Blick auf ein Buch \u00fcber Japanische Masken, der Einstieg in unser Gespr\u00e4ch: \u201e<em>Dieses Buch habe ich k\u00fcrzlich entdeckt, japanische Masken faszinieren mich. Auch wenn meine j\u00fcdische und israelische Identit\u00e4t in meiner Kunst im Vordergrund stehen, lasse ich mich von unterschiedlichen Quellen inspirieren<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Die Adaption ist ihm gelungen. Neben dem Bildband lehnt an der Wand eine durch die japanischen Masken inspirierte Collage, eine L\u00f6wen-Maske, \u201e<em>dieser Arbeit habe ich den Titel \u201aGeburt des L\u00f6wen\u2018 gegeben, <\/em>erkl\u00e4rt Moshe.<\/p>\n<div class=\"wp-block-infobox wp-blockinfobox--block_593c796a918434878fadb79375b396c4 \">\n<div class=\"c-stack wp-block-infobox__text\">\n<p>In der biblischen Erz\u00e4hlung segnet der Stammvater Jakob seine zw\u00f6lf S\u00f6hne. Vier seiner S\u00f6hne und der Stamm Josef werden im sogenannten Jakobssegen mit Tieren verglichen, die ihre jeweiligen Charaktereigenschaften und zuk\u00fcnftigen Rollen symbolisieren. Juda wird mit einem\u00a0jungen L\u00f6wen gleichsetzt, er verk\u00f6rpert K\u00f6nigsmacht, St\u00e4rke, Herrschaft und den k\u00f6niglichen Stamm, aus dem sp\u00e4ter K\u00f6nig David hervorgehen wird. Die christliche Tradition f\u00fchrt Jesu Abstammung auf David zur\u00fcck und somit ebenfalls auf den biblischen Stamm Judah.<\/p>\n<p>Der L\u00f6we ist das Emblem der Stadt Jerusalem. Die Stadt liegt exakt an der historischen Grenze zwischen den biblischen Stammesgebieten von Juda (im S\u00fcden, siehe Josua 15,63) und dem n\u00f6rdlichen Gebiet von Benjamin (Josua 18,28). Die Stammesgrenze verlief mitten durch das biblische Stadtgebiet, dies erkl\u00e4rt, warum Jerusalem in biblischen Texten beiden St\u00e4mmen zugeordnet wird.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Jerusalem statt Tel Aviv<\/h4>\n<p>Moshe Shamah hat sich bewusst f\u00fcr Jerusalem entschieden und schildert, warum: <em>\u201eIn Tel Aviv gibt es eine Kunst-Clique. Wenn man nicht in deren Narrativ und Kunststil passt \u2013 was besonders auf mich als eine Art Au\u00dfenseiter-K\u00fcnstler zutrifft, der nicht zu ihrer Bezalel-Gruppe geh\u00f6rt \u2013, bleibt man au\u00dfen vor. In Tel Aviv muss man in bestimmten Kreisen verkehren, um wahrgenommen zu werden. In Jerusalem hingegen lechzen die Menschen nach Kunst und zeigen sich offen, selbst orthodoxe Juden und J\u00fcdinnen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Er erz\u00e4hlt von einer unerwarteten Begegnung: \u201e<em>Vor geraumer Zeit habe ich die Ausstellung eines K\u00fcnstler-Kollegen besucht, seine Werke waren gewagt, da teilweise sehr erotisch, manche w\u00fcrden sie gar pornographisch nennen. Dann passierte etwas Unterwartetes, ultra-orthodoxe Juden betraten die Ausstellung, wir wurden unruhig, alle rechneten mit einer Auseinandersetzung, vielleicht sogar Randale, aber es passierte das Gegenteil: Sie zeigten sich offen und stellten Fragen wie: \u201aWas ist das f\u00fcr eine Kunstrichtung?\u2018 und \u201awas ist die Absicht des K\u00fcnstlers?\u2018\u201c<\/em><\/p>\n<p>Peter Moshe Shamah, so lautet sein vollst\u00e4ndiger Name, wuchs in New Milford, einem Ort im US- Bundesstaat Connecticut, auf und studierte an der Rutgers-Universit\u00e4t. Er beschreibt sein Elternhaus als typisch israelisch und erinnert sich an seine Schulzeit: \u201e<em>obwohl in den USA geboren, war ich in der Klasse der Junge aus Israel\u201c.<\/em><\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Holocaust-Studienreise als Auftakt f\u00fcr Identit\u00e4tsfindung<\/h4>\n<p>Im Jahr 2013, Shamah besuchte zu jenem Zeitpunkt die \u201eNew Milford High School\u201c, bewarb er sich erfolgreich f\u00fcr eine 14-t\u00e4gige Holocaust-Studienreise nach Polen, Tschechien und Deutschland. Diese Reise markiert den Auftakt zu seiner eigenen Identit\u00e4tsfindung. Die intensive Begegnung und Auseinandersetzung mit j\u00fcdischer Geschichte, Kultur und Traumata flie\u00dfen fortan in seine Kunst ein.<\/p>\n<p>An der Rutgers-Universit\u00e4t studierte Moshe Shamah J\u00fcdische Studien und Kunstgeschichte und engagierte sich dort im Hillel-Zentrum; die Stiftung f\u00fcr j\u00fcdisches Leben auf dem Universit\u00e4tscampus mit dem Namen Hillel wurde 1923 gegr\u00fcndet. Der K\u00fcnstler erinnert sich: <em>\u201eW\u00e4hrend meines Studiums war Hillel f\u00fcr mich wie ein zweites Zuhause, ich erlebte eine Wiederentdeckung meiner j\u00fcdischen Identit\u00e4t und kn\u00fcpfte enge Freundschaften, die ein Leben lang halten werden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Mit dem Chaos um die US-Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2016 entdeckte er die Collagentechnik als sein k\u00fcnstlerisches Ausdrucksmittel.<em> \u201eDie Mixed-Media-Collage greift Chaos auf und zerst\u00f6rt es, um neu zu ordnen<\/em>\u201c, erl\u00e4utert Shamah seine bevorzugte k\u00fcnstlerische Technik und f\u00fcgt hinzu:<em> \u201eEs liegt in der Verantwortung von uns K\u00fcnstlern aller Medien, Chaos aufzugreifen und in einen menschlichen Ausdruck zu verwandeln.\u201c <\/em>Die K\u00e4ufer seiner Bilder-Serie rund um die US-Wahlen 2016 waren \u00fcberwiegend junge Amerikaner.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ausstellungen in Amerika<\/h4>\n<p>In den USA pr\u00e4sentierte Moshe Shamah einige seiner Arbeiten im Rahmen einer einmonatigen Reihe von Ausstellungen und Workshops in Tenafly, New Brunswick, Manhattan und Brooklyn. Er nahm auch an der von Rabbinerin Esther Reed organisierten Ausstellung \u201eJ\u00fcdische Vergangenheit\/J\u00fcdische Zukunft\u201c teil. Diese triff Plakate und Illustrationen der fr\u00fchen zionistischen Bewegung auf und interpretierte sie neu, um sie f\u00fcr die heutige Zeit relevant zu machen.<\/p>\n<p>Seine Ausstellung mit dem Titel \u201eAus der Dunkelheit \u2013 die Glut der Hoffnung\u201c in der Waltuch-Galerie des \u201eKaplen JCC on the Palisades\u201c in Tenafly (New Jersey) war eine Mixed-Media-Sammlung. Sie setzte sich mit Resilienz, Identit\u00e4t und j\u00fcdischer Hoffnung nach den Anschl\u00e4gen vom 7. Oktober 2023 auseinander.<\/p>\n<div data-elementor-type=\"container\" data-elementor-id=\"237475\" class=\"elementor elementor-237475\" data-elementor-post-type=\"elementor_library\">\n<div class=\"elementor-element elementor-element-bcb0634 sm-banner e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"bcb0634\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n<div class=\"e-con-inner\">\n<div class=\"elementor-element elementor-element-d63d4be elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"d63d4be\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n<div class=\"elementor-widget-container\">\n<h2 class=\"elementor-heading-title elementor-size-default\">Folgen Sie uns auf Facebook und X!<br \/>Melden Sie sich f\u00fcr den Newsletter an!<\/h2>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"elementor-element elementor-element-bcedfce e-con-full e-flex e-con e-child\" data-id=\"bcedfce\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n<div class=\"elementor-element elementor-element-479fc28 e-flex e-con-boxed e-con e-child\" data-id=\"479fc28\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n<div class=\"e-con-inner\">\n<div class=\"elementor-element elementor-element-0d95cb1 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"0d95cb1\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/israelnetzcom\" target=\"_blank\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Facebook_Logo_Primary-150x150.png\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-image-237458\" alt=\"\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"elementor-element elementor-element-e1f7c86 elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"e1f7c86\" 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Seinen Artikel \u201eInspiration in Ashes and Fragments\u201c ver\u00f6ffentlichte er auf seiner <a href=\"http:\/\/studioshamah.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Website<\/a>. Dieses Projekt war eine Initiative, die den Bodenaushub vom Jerusalemer Tempelberg auf darin enthaltene Kleinfunde untersuchte. Es ist von signifikanter Bedeutung, da arch\u00e4ologische Forschung auf dem Tempelberg nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Im Jahr 2019 dann der Wendepunkt. \u201eE<em>s war ein gro\u00dfartiges Projekt, doch w\u00e4hrend ich dort sa\u00df und siebte, fragte ich mich pl\u00f6tzlich: Was zur H\u00f6lle mache ich eigentlich hier? Ich sp\u00fcrte diesen starken inneren Drang und machte mir klar, dass ich ein Gewerbe anmelden sollte, um mich konsequent der Kunst zu widmen, denn das ist es, wof\u00fcr ich brenne.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Kurz darauf er\u00f6ffnete er sein gro\u00dfes Studio vor den Toren Jerusalems. \u201e<em>Dann kam die Corona-Pandemie und wir leben hier von Krieg zu Krieg, wirtschaftlich schwierige Zeiten f\u00fcr uns freie K\u00fcnstler.<\/em>\u201c Das Studio musste er aufgeben. \u201e<em>Um mir gen\u00fcgend finanziellen Freiraum f\u00fcr meine Leidenschaft, die Kunst, schaffen zu k\u00f6nnen, arbeite ich zus\u00e4tzlich als Dozent und P\u00e4dagoge.\u201c<\/em><\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Spenden f\u00fcr ukrainische Fl\u00fcchtlinge<\/h4>\n<p>2022 startete Moshe Shamah die \u201eSlava Ukraini Charity Series\u201c, die Spenden f\u00fcr ukrainische Fl\u00fcchtlinge und Soldaten sammelt. Diese Mixed-Media- und Gem\u00e4ldeserie ist ein fortlaufendes Projekt; 50 bis 85 Prozent der Einnahmen gehen direkt an Hilfsorganisationen. um sicherzustellen, dass die Spenden unmittelbar Bed\u00fcrftigen zugutekommen. Im Juni 2025 wurden seine Arbeiten in Belgrad unter dem Titel \u201eOrte, die nicht sind\u2018 ausgestellt. In dieser Serie thematisiert Shamah die Rolle von Utopien in der menschlichen Kultur.<\/p>\n<p>Wir wenden uns einer weiteren Collage zu: \u201eD<em>iese Arbeit habe ich anl\u00e4sslich von<\/em> <em>Jom HaSikaron, dem israelischen Gedenktag f\u00fcr die Gefallenen aller israelischen Kriege und Opfern von Terror, geschaffen. Bei dieser Flagge handelt es sich um eine Flagge aus der Zeit vor der Staatsgr\u00fcndung, einen der Entw\u00fcrfe der fr\u00fchen zionistischen Bewegung. Ich wollte eine historische Br\u00fccke herstellen, es ist mein erstes Werk, das sich direkt mit dem aktuellen Krieg auseinandersetzt. Ab einem gewissen Punkt muss man diese Traurigkeit, diese Trauer zum Ausdruck bringen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Moshe Shamah legt eine nachdenkliche Pause ein. \u201eI<em>ch wollte ein Werk schaffen, das nicht nur zur Debatte \u00fcber den k\u00fcnftigen Weg unserer Nation anregt, sondern bei dem nicht Kritik, sondern Empathie im Vordergrund steht.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auf diesem Werk sehen wir einen Jungen, der eine Flagge tr\u00e4gt. \u201eD<em>er Junge in meiner Collage steht stellvertretend f\u00fcr jeden, der um jemanden trauert, der sein Leben f\u00fcr den Staat Israel geopfert hat \u2013 und er steht f\u00fcr die Notwendigkeit, diesem Krieg ein Ende zu setzen.\u201c<\/em><em><\/em><\/p>\n<p>Moshe Shamah deutet auf eine weitere Collage und erz\u00e4hlt: <em>\u201eSie wurde letztes Jahr im Rahmen einer Ausstellung in New York City gezeigt. Ich nenne es Laughter Enkindles\u201c, <\/em>deutsch: \u201eDas Lachen entfacht\u201c. Er erkl\u00e4rt seine Inspirationsquelle: <em>\u201eDie Grundlage dieser \u201aCollage bildet das ber\u00fchmte Gem\u00e4lde \u201aDie Saporoger Kosaken\u2018 von Ilja Repin\u201c<\/em>.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><span class=\"isc-source \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Moshe-Shamah_Titel_Laughter-Enkindles_Lachen-Entzuendet_-copyright-Moshe-Shamah-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-325382 with-source\" \/><span class=\"isc-source-text\"> Foto: Copyright Moshe Shamah<\/span><\/span><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Collage ist von einem Maler aus der heutigen Ukraine inspiriert<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Maler Repin (1844\u20131930) wurde in Tschuhujiw in der Region Charkiw in der heutigen Ukraine geboren. Er entstammte einer Familie von Milit\u00e4rsiedlern und Handwerkern kosakischer Abstammung. Sein ber\u00fchmtestes Werk \u2013 \u201eDie Antwort der Saporoger Kosaken\u201c \u2013 ist eng mit der ukrainischen Geschichte und der Frage nach kultureller Identit\u00e4t verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Das Gem\u00e4lde illustriert eine Szene aus dem Jahr 1676, der zufolge ukrainische Kosaken einen beleidigenden und trotzigen Brief an Sultan Mehmed IV., Herrscher des Osmanischen Reiches, verfassten, nachdem dieser ihre Unterwerfung unter seine Herrschaft gefordert hatte. Es ist eine Hommage an die freiheitsliebenden Kosaken der Ukraine. Repins Gem\u00e4lde gilt weithin als eine herausragende visuelle Metapher f\u00fcr die historische Weigerung der Ukraine, sich fremden Imperien zu unterwerfen.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Symbol des \u201eB\u00f6sen Blicks\u201c\u00a0aufgenommen<\/h4>\n<p>Moshe Shamah erl\u00e4utert seine Adaption: \u201e<em>Ich habe das Symbol des \u201aB\u00f6sen Blicks\u2018, das im Nahen Osten bei Juden und Arabern gleicherma\u00dfen verbreitet ist, \u00fcber die Gesichter platziert. Zudem habe ich das Licht der Menora im Hintergrund eingef\u00fcgt, um jene historischen Parallelen zu beleuchten, die einst als Bedrohung f\u00fcr das j\u00fcdische Volk h\u00e4tten wahrgenommen werden k\u00f6nnen \u2013 ein Volk, das sich damals in einer Art \u201aGeula\u2018 (Erl\u00f6sung, Rettung) befand. Nun steht genau diese Nation an vorderster Front bei der Verteidigung der Demokratie; jene Nation, die vor 150 Jahren f\u00fcr die dort lebenden Juden vielleicht noch Angst und Schrecken bedeutete, wird heute von einem Juden gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/p>\n<div class=\"wp-block-infobox wp-blockinfobox--block_749b266020b131a197cfc97da4c565be \">\n<div class=\"c-stack wp-block-infobox__text\">\n<p>Der j\u00fcdisch-ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj wurde nicht pers\u00f6nlich mit dem Magnitsky-Preis ausgezeichnet, aber seine Regierung sowie verschiedene ukrainische Organisationen. Der Sergei Magnitsky Human Rights Award ehrt Personen, die sich f\u00fcr Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Die Auszeichnung ist nach dem russischen Anwalt Sergei Magnitsky benannt, der in russischer Polizeigewahrsam ermordet wurde, nachdem er ein massives staatliches Korruptionssystem aufgedeckt hatte. Sein Name ist seither untrennbar mit dem \u201eMagnitsky Act\u201c verbunden \u2013 einem Gesetz, das dazu dient, Verm\u00f6genswerte von Menschenrechtsverletzern weltweit einzufrieren und Einreiseverbote gegen diese zu verh\u00e4ngen. Die Magnitsky Awards wurden 2015 ins Leben gerufen, um mutige Journalisten, Politiker und Aktivisten im Bereich der Menschenrechte zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<p>\u201e<em>All diese wollte ich in dieser Collage ausdr\u00fccken<\/em>\u201c, erl\u00e4utert Moshe Shamah seine Intention und erg\u00e4nzt: \u201eD<em>iese Bildmontage habe ich speziell f\u00fcr ein j\u00fcdisches Publikum geschaffen, deren Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion liegen. Es ist eine Einladung, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen, dass die \u00fcberlieferten Erz\u00e4hlungen nicht zwangsl\u00e4ufig mit den Erz\u00e4hlungen der Gegenwart \u00fcbereinstimmen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Aktuell arbeitet Moshe Shamah an einer Collage der <em>Zehn Worte,<\/em> auch: Zehn Gebote.<\/p>\n<p><em>\u201eDie Nachricht \u00fcber das gestohlene Schiff mit russischem Weizen, das in Haifa anlegen sollte, hat mich zutiefst emp\u00f6rt. Ich dachte, wenn irgendeine Nation dazu aufrufen sollte, sich nicht daran zu beteiligen, dann unsere, insbesondere weil die Russische F\u00f6deration erst vor wenigen Wochen die Koordinaten all unserer Energieanlagen in Israel an das iranische Regime weitergegeben hat. Es handelt sich also um einen direkten Konflikt mit ihnen. Daher habe ich dieses Werk der Zehn Gebote geschaffen, mit dem Jerusalemer Klagestein im Hintergrund, dem Weizen, eine der sieben Arten des Landes Israel und somit ein wichtiges Symbol unseres j\u00fcdischen Volkes, dazu \u201aDu sollst nicht stehlen\u2018 auf Hebr\u00e4isch.\u201c<\/em><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><span class=\"isc-source \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"739\" src=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Moshe-Shamah_Titel_Thou-Shall-Not-Steal_Du-Sollst-Nicht-Stehlen-copyright-Moshe-Shamahjpg-1024x739.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-325383 with-source\" \/><span class=\"isc-source-text\"> Foto: Copyright Moshe Shamah<\/span><\/span><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der hebr\u00e4ische Schriftzug \u201eDu sollst nicht stehlen\u201c ist in das Kunstwerk integriert<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein unter russischer Flagge fahrender Massengutfrachter, die ABINSK, l\u00f6ste im April 2026 eine schwere diplomatische Krise zwischen der Ukraine und Israel aus, da es mutma\u00dflich etwa 43.700 Tonnen Weizen aus der von Russland besetzten Krim und ostukrainischen Gebieten in den Hafen von Haifa transportierte. Die Ukraine wirft Russland vor, Getreide systematisch von der Ukraine zu stehlen, dieses als russisches Getreide zu deklarieren und zu verkaufen.<\/p>\n<p><em>\u201eIch lasse mich von sehr unterschiedlichen Quellen inspirieren, so auch aus der Musik. Manchmal zerlege ich jedes einzelne Wort eines Queen-Songs, ich bin gewisserma\u00dfen ein \u201aMorphist\u2018. Momentan spiele ich ein Videospiel namens \u201aClair Obscur\u2018, es wurde von einem indisch-franz\u00f6sischen Team entwickelt. Die Geschichte, die k\u00fcnstlerische Gestaltung und auch der Soundtrack sind schlichtweg atemberaubend. Ich h\u00e4tte nicht erwartet, dass ich daraus eine derart tiefgreifende Inspiration ziehen w\u00fcrde<\/em>\u201c, attestiert der K\u00fcnstler Moshe Shamah<em>.<\/em><\/p>\n<div class=\"wp-block-infobox wp-blockinfobox--block_142c858bfe3821031b4c8f037f455ca8 \">\n<div class=\"c-stack wp-block-infobox__text\">\n<p><em>Clair Obscur<\/em> spielt in einer zerr\u00fctteten, melancholischen Welt, in der die \u201eMalerin\u201c (The Paintress) jedes Jahr erwacht, um eine Zahl auf einen riesigen Monolithen zu malen. Jeder, der genau dieses Alter erreicht, verwandelt sich in Rauch und l\u00f6st sich f\u00fcr immer in Nichts auf. Im Laufe der Jahre wird die Zahl immer kleiner und fordert stetig mehr Menschenleben. Der Spieler f\u00fchrt die \u201eExpedition 33\u201c an \u2013 die j\u00fcngste in einer Reihe mutiger \u00dcberlebender, die sich auf eine todesmutige Mission begeben, um die Malerin zu vernichten, damit sie nie wieder den \u201eTod malen\u201c kann.<\/p>\n<p>C<em>lair Obscur<\/em>, franz\u00f6sisch f\u00fcr \u201eHell-Dunkel\u201c, ist eine k\u00fcnstlerische Technik, die sich durch starke, dramatische Kontraste zwischen Licht und Schatten auszeichnet. Es ist der franz\u00f6sische Begriff f\u00fcr den ber\u00fchmten italienischen Stil, der als Chiaroscuro bekannt ist. \u00dcber die bildende Kunst hinaus wird der Begriff h\u00e4ufig metaphorisch verwendet, um Situationen, Erz\u00e4hlungen oder Charaktere zu beschreiben, die Gegens\u00e4tze miteinander verschmelzen lassen \u2013 wie etwa tiefgreifende Kontraste zwischen Leben und Tod oder Gut und B\u00f6se. Indem K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen helle Beleuchtung direkt neben tiefe, dichte Schatten setzen, erzeugen sie auf einer flachen Leinwand eine dreidimensionale, realistische K\u00f6rperlichkeit. Diese Technik ist vor allem in der Kunst der Renaissance und des Barocks ber\u00fchmt und wurde von Meistern wie Caravaggio, Leonardo da Vinci und Rembrandt meisterhaft eingesetzt, um starke Emotionen hervorzurufen. Man darf auf Shamahs Collagen, die aus Clair Obscur resultieren werden. gespannt sein.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<p>\u201eEin weiterer Ansatz meiner k\u00fcnstlerischen Arbeit ist die Synchronizit\u00e4t, ich glaube fest an Synchronizit\u00e4t\u201c, gibt der junge K\u00fcnstler unumwunden zu.<\/p>\n<p>Unter Synchronizit\u00e4t versteht man das zeitgleiche Auftreten von zwei oder mehr Ereignissen, die nicht kausal somit nicht \u00fcber Ursache und Wirkung miteinander verkn\u00fcpft sind, aber f\u00fcr die betroffene Person einen tiefen, gemeinsamen Sinn ergeben, als inhaltlich oder emotional tief verbunden wahrgenommen werden. Umgangssprachlich wird dies oft als \u201ebedeutungsvoller Zufall\u201c bezeichnet. Das Konzept wurde in den 1920er-Jahren vom Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung gepr\u00e4gt.<\/p>\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Einwander zum Schabbat einladen<\/h4>\n<p>Wir kehren in den Wohnraum zur\u00fcck, wo Chanah auf uns wartet. Beide erz\u00e4hlen, dass sie regelm\u00e4\u00dfig j\u00fcdische <em>olim chadashim <\/em>zu sich zum Kabbalat Schabbat einladen, um den Neueinwanderern ein Netzwerk in der neuen Heimat Israel zu bieten und einen Raum der Begegnung und des Austauschs zu schaffen. <em>Kabbalat Schabba<\/em>t bedeutet der \u201eEmpfang des Schabbat\u201c am Freitagabend. Als Zeichen ihrer Gastfreundschaft laden Moshe und Chanah auch mich ein.<\/p>\n<p>Zum Abschied wird es nochmal ernst, unser Gespr\u00e4ch kreist um den 7. Oktober 2023 als schmerzhafte Z\u00e4sur in vielerlei Hinsicht. Moshe Shamah konstatiert: \u201eWir sind Juden und J\u00fcdinnen des 8. Oktober und brauchen eine zeitgen\u00f6ssische j\u00fcdische Kultur, die sich auf unsere j\u00fcdische Vergangenheit beruft und sich in der Gegenwart und Zukunft ausdr\u00fcckt.\u201c<\/p>\n<div class=\"wp-block-group weiterfuehrendelinksgutenberg has-white-background-color has-background is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mehr zum Thema<\/h4>\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">\u00bb <a href=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/ein-besuch-im-israel-museum\/\">Ein Besuch im Israel-Museum<\/a><\/p>\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">\u00bb <a href=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/dafna-kaffeman-fragiles-land\/\">Dafna Kaffeman: Fragiles Land<\/a><\/p>\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">\u00bb <a href=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/die-wiederentdeckung-eines-malers\/\">Die Wiederentdeckung eines Malers<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/juedische-identitaet-und-resilienz\/\">J\u00fcdische Identit\u00e4t und Resilienz<\/a> erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/www.israelnetz.com\/\">Israelnetz<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u200bIn Israel schlummern viele junge Talente mit einem gro\u00dfen kreativen Potential. Einer von ihnen ist Moshe Shamah. Der Beitrag J\u00fcdische Identit\u00e4t und Resilienz erschien zuerst auf Israelnetz.\u00a0 Die Begr\u00fc\u00dfung durch Moshe Shamah und seine Partnerin Chanah ist herzlich. Es ist sehr warm und ungew\u00f6hnlich schw\u00fcl an diesem Tag in Jerusalem. 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