Armee widerspricht Darstellung im Film „Nasa“
Eine israelische Dokumentation beschäftigt sich mit dem Tod von Zivilisten im Gazakrieg und unterstellt Absicht. Die Armee weist die Behauptung zurück und stellt die Glaubwürdigkeit der anonymen Protagonisten in Frage.
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JERUSALEM (inn) – Die israelische Armee hat am Freitag die Behauptung von zwei Filmemachern zurückgewiesen, es habe KI-gestützte Massentötungen von Zivilisten im Gazastreifen gegeben.
Der Vorwurf wird in dem Dokumentarfilm „Nasa“ erhoben. Er erhielt am Samstag den Spezialpreis der Jury bei den 83. Filmfestspielen von Venedig. Für ihren Film sprachen die israelischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor eigenen Angaben zufolge mit 24 Geheimdienstmitarbeitern und Soldaten, deren Identitäten anonym bleiben.
Schon als die Dokumentation am Donnerstag dem internationalen Publikum gezeigt wurde, zeichnete sich der Erfolg ab: Ganze 25 Minuten applaudierten die Zuschauer nach dem Filmende und damit eine Minute länger als im Jahr zuvor für den Film „Die Stimme von Hind Rajab“.
Kollaterale Schäden eingeplant?
„Nasa“ ist ein Akronym des hebräischen Ausdrucks „Nesek agavi“ und bedeutet so viel wie „Kollateralschaden“. Im militärischen Kontext meint es Gebäude oder Menschen, die bei einem Angriff auf ein feindliches Ziel in Mitleidenschaft gezogen werden.
Laut Abraham und Szor war die Tötung von Zivilisten Teil der israelischen Militärstrategie im Gazakrieg. „Wir zeigen in unserem Film ein Angriffssystem, das absichtlich Menschen in zivilen Räumen, in ihren Häusern, angreift“, sagte Abraham nach Angaben der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“.
Demnach soll die Armee ein KI-unterstütztes System genutzt haben. Es wertet Handydaten aus und kann so bei der Identifizierung von möglichen Zielen helfen. Dabei sollen Sätze wie „Papa ist zu Hause“ einen Luftschlag ausgelöst haben, erklärte etwa einer der anonymisierten Gesprächspartner in der Doku.
Zweifel an Glaubwürdigkeit
Die Armee wies die Vorwürfe „kategorisch“ zurück. Für die Auswahl von militärischen Zielen und Autorisierung von Angriffen seien immer Menschen verantwortlich gewesen. Sie habe im Einklang mit dem Völker- und Kriegsrecht Terrorgruppen anvisiert, in erster Linie die Hamas. Zum Schutz von Zivilisten seien weitreichende Maßnahmen ergriffen worden.
Zudem zweifelte die Armee die Glaubwürdigkeit der anonymen Gesprächspartner an, deren Identitäten nicht überprüft werden können. So gebe es in den Berichten „Hinweise auf Situationen, an denen Soldaten der israelischen Militärgeheimdienstabteilung, die angeblich für den Film interviewt wurden, der Definition nach gar nicht beteiligt gewesen wären“, erklärte ein Sprecher in einer Pressemitteilung.
Auch verwendeten die Personen juristische Begriffe falsch und machten absurde Aussagen. Etwa, wenn die Interviewten von „unbeabsichtigtem Schaden“ sprechen, der aber in genozidaler Absicht gezielt herbeigeführt worden sei.
Reaktion in Israel
Der ehemalige Premier Naftali Bennett (BeJachad) bezeichnete die Dokumentation als „Verleumdung“. Es sei besonders schmerzhaft, dass die „Lüge“ von Israelis verbreitet würde „und sich nun in der ganzen Welt ausbreitet“.
Auf X erklärte er: „Wenn Israel die Bevölkerung in Gaza verletzen wollen würde, würden wir nicht unsere Söhne und Töchter zum Kämpfen von Haus zu Haus schicken.“ Er fuhr fort: „Der Gazakrieg ist schrecklich. Der Tod eines jeden Kindes ist eine Tragödie. Aber ein schrecklicher Krieg ist kein Genozid.“
Der ehemalige Armee-Chef Gadi Eisenkot (Jaschar) sagte: „Die Entscheidung israelischer Künstler, auf einer internationalen Bühne zu stehen, ein verzerrtes und einseitiges Bild zu vermitteln und die Soldaten, die unser Heimatland verteidigen, moralisch zu diffamieren, zeugt von moralischer Blindheit, Realitätsferne und schadet dem Staat Israel in einer Zeit der Not.“
Israel Beteinu-Chef Avigdor Liberman warf den Regisseuren vor, Israel für Applaus verkauft zu haben. Kulturminister Miki Zohar (Likud) erklärte, er wolle prüfen, ob die Möglichkeit bestehe, den beiden die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Am Montag er einen entsprechenden Antrag bei der Einwanderungsbehörde. (mw)
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Sorge über Vormarsch der Huthis
Der Iran übt dank der Huthi-Terroristen nun auch erhebliche Kontrolle über den Schiffsverkehr am Roten Meer aus. Israel erhöht die Alarmbereitschaft.
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JERUSALEM (inn) – Nach den Eroberungen der Huthi-Terroristen an der Meeresstraße Bab al-Mandab hat die israelische Marine ihre Alarmbereitschaft erhöht. Zudem verstärkte sie die Kräfte auf See, um Überraschungsangriffe zu verhindern.
Ende vergangener Woche hatten die vom iranischen Regime unterstützten Huthis unter anderem die Hafenstadt Mokka an der Westküste des Jemen und die Insel Perim unter ihre Kontrolle gebracht. Zudem beschossen sie vom Irak aus die Ost-West-Rohrleitung, mit der Saudi-Arabien Öl von der Straße vom Golf zum Roten Meer bringt.
Mit dem Vorstoß übt der Iran nun auf direktem und indirekten Weg erhebliche Kontrolle über zwei Energietransportwege von globaler Bedeutung aus. Schon in den Wochen zuvor hatten Huthi-Angriffe auf saudische Öl-Infrastruktur dem Königreich zugesetzt, die Exporte über das Rote Meer sanken zwischen Juli und August um die Hälfte auf 2,5 Millionen Barrel pro Tag.
Vergebliches Ersuchen
Der saudische Kronprinz und faktische Herrscher Mohammed Bin Salman hatte Berichten zufolge US-Präsident Donald Trump (Republikaner) um Hilfe gebeten. Er soll Trump vergangene Woch zweimal angerufen haben, berichtete die Nachrichtenseite „Axios“. Trump habe zwar Unterstützung angeboten, schloss jedoch Militäraktionen aus.
Am Samstag erklärte Trump, die Huthis hätten angerufen und betont, dass sie keine Einmischung der USA wollten. Sie würden nicht gegen die USA kämpfen und die meisten Schiffe durchlassen.
Der Kommandeur des regionalen US-Kommandos, Brad Cooper, reiste indes nach Riad, um Unterstützung zu zeigen. Laut Berichten bat Bin Salman zudem Länder der Region um Hilfe. Eine indirekte Anfrage erging über die Amerikaner auch an Israel.
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Mangelnde Abschreckung kritisiert
Wie die Zeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, beobachten israelische Sicherheitsvertreter die Entwicklungen mit Sorge. Doch derzeit sei eine Intervention nicht angedacht, es sei denn, Israel komme unter Beschuss.
Die israelische Luftwaffe hatte im Juli 2024 erstmals Ziele der Huthis im Jemen angegriffen. Der Aktion war ein Drohnenangriff auf Tel Aviv vorangegangen, mit dem die Huthis einen israelischen Zivilisten töteten.
Schwächen offenbart
Die Kontrolle über die Meeresstraße Bab al-Mandab und die Störung des dortigen Schiffsverkehrs ist wesentlich einfacher als über die Straße von Hormus: Erstere hat nur eine Breite von 18 Kilometern, letztere eine Breite von 55 Kilometern.
Laut „Yediot Aharonot“ kritisieren israelische Militärvertreter die mangelnde Abschreckung regionaler Länder, allen voran Saudi-Arabien, gegenüber den Huthis. Der Vormarsch der Terroristen offenbare auch die Schwäche derjenigen Kräfte, die sie bekämpfen sollten.
Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ gelang es den Huthis, Funkgespräche zwischen saudischen Kommandeuren und den von Riad unterstützten Kämpfern abzufangen. Zudem waren sie in der Lage, die Kämpfer direkt anzurufen und sie zum Aufgeben zu bewegen. Die Vorgänge hätten für Verwirrung auf dem Schlachtfeld gesorgt. (df)
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Windsurf-WM: Israelinnen gewinnen Gold und Silber
Die israelische Windsurferin Tamar Steinberg hat am Samstag bei den Weltmeisterschaften in England Gold gewonnen. Auch Platz zwei ging nach Israel: Scharon Kantor nahm die Silbermedaille mit nach Hause. Ausgetragen wurde der Wettbewerb in der Klasse iQFoil. Sie wurde vom Weltdachverband des Segelsports 2020 ins Leben gerufen und gilt seit 2024 als olympische Disziplin. Das
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Die israelische Windsurferin Tamar Steinberg hat am Samstag bei den Weltmeisterschaften in England Gold gewonnen. Auch Platz zwei ging nach Israel: Scharon Kantor nahm die Silbermedaille mit nach Hause. Ausgetragen wurde der Wettbewerb in der Klasse iQFoil. Sie wurde vom Weltdachverband des Segelsports 2020 ins Leben gerufen und gilt seit 2024 als olympische Disziplin. Das iQFoil ist ein Surfbrett, das mithilfe eines Tragflügels bei zunehmender Geschwindigkeit aus dem Wasser gehoben wird. Steinberg sagte, nach diesem Erfolg bereite sie sich auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vor. (mw)
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Israels ältester Holocaust-Überlebender gestorben
Im Alter von 107 Jahren ist am Sonntag Israels ältester Holocaust-Überlebender gestorben. Jehuda Aharon Widowski kam 1919 in der zentralpolnischen Stadt Turek zur Welt. Er überlebte Auschwitz, 1950 wanderte er nach Israel ein. Er widmete Jahrzehnte seines Lebens der Auffindung, Dokumentation und Wiederherstellung jüdischer Friedhöfe in Polen und identifizierte mehr als 3.000 Gräber. 2012 gehörte
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Im Alter von 107 Jahren ist am Sonntag Israels ältester Holocaust-Überlebender gestorben. Jehuda Aharon Widowski kam 1919 in der zentralpolnischen Stadt Turek zur Welt. Er überlebte Auschwitz, 1950 wanderte er nach Israel ein. Er widmete Jahrzehnte seines Lebens der Auffindung, Dokumentation und Wiederherstellung jüdischer Friedhöfe in Polen und identifizierte mehr als 3.000 Gräber. 2012 gehörte er zu den sechs Fackelanzündern beim israelischen Holocaust-Gedenktag. Den Staat Israel sah er als Triumph über die Nazis. (df)
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Jüdische Gemeinschaft in Leeds kritisiert pro-palästinensische Ausstellung in Kirche
Die jüdische Gemeinschaft in Leeds wirft der dortigen Kirche vor, palästinensische Terroristen in ihr Gedenken aufgenommen zu haben. Das Münster von Leeds zeigt derzeit eine Ausstellung mit Stofftafeln, auf denen die Namen von 50.000 in Gaza Getöteten aufgenäht sind. Der jüdische Rat der Stadt beklagte, dass darunter auch die Namen von mindestens zwölf palästinensischen Terroristen
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Die jüdische Gemeinschaft in Leeds wirft der dortigen Kirche vor, palästinensische Terroristen in ihr Gedenken aufgenommen zu haben. Das Münster von Leeds zeigt derzeit eine Ausstellung mit Stofftafeln, auf denen die Namen von 50.000 in Gaza Getöteten aufgenäht sind. Der jüdische Rat der Stadt beklagte, dass darunter auch die Namen von mindestens zwölf palästinensischen Terroristen zu finden sind. Die Aktion habe Angst und Wut in der jüdischen Gemeinschaft ausgelöst. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag zu sehen. Konzipiert hat sie die pro-palästinensische irische Aktivistin Mary Evers. (df)
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