​Ein Ende Juni im Südlibanon entdeckter Tunnel bietet Einblicke in die Strategie der Hisbollah: Unter einem zivilen Dorf bereitete die Terrormiliz Drohnenangriffe auf Israelis vor.
Der Beitrag Terrortunnel zeigt Strategie der Hisbollah erschien zuerst auf Israelnetz. 

Pioniere der Spezialeinheit Jahalom und Kämpfer der Brigade 551 operieren im Südlibanon. Ende Juni wurde ein riesiger Terrortunnel entdeckt. Startschächte, Warteräume, Drohnenflugplatz, Dutzende von Sprengsätzen – all das hatte die Terror-Organisation Hisbollah in dem „zivilen“ Dorf Madschdal Sun versteckt.

Bereits am 24. Oktober vergangenen Jahres griff die israelische Armee die Infrastruktur des Tunnels an und blockierte sie teilweise. Doch wie auch in anderen Gebieten im Südlibanon versuchte die Hisbollah, den strategisch wichtigen Ort unbemerkt wiederherzustellen, um weiterhin die Ortschaften im Norden und die israelische Küste bedrohen zu können.

Diesmal reichte ein Luftangriff nicht aus. Die Jahalom-Truppen, die unter der Führung der 551. Brigade der 91. Division operierten, drangen auf dem Landweg in das Dorf ein und stießen auf die dort errichtete terroristische Infrastruktur – sowohl oberirdisch in Waffendepots und Beobachtungsposten als auch etwa 25 Meter darunter. So entdeckten sie einen rund 200 Meter langen unterirdischen Hauptgang mit vier Startschächten und zwölf Räumen, die als Aufenthalts- und Lagerräume für Sprengladungen, Panzerabwehrraketen und Drohnen dienten. Im gesamten Gebiet wurden mehr als 20 Hisbollah-Terroristen getötet, zehn davon Angehörige der „Radwan“-Einheit.

Doch selbst diese Zahlen verdeutlichen die Situation in der Madschdal-Zone nicht vollständig. Denn oberhalb der Festung liegt ein Dorf. In der Nähe befinden sich zivile Gebäude, eine Moschee und eine Schule. Darunter verbirgt sich die operative Infrastruktur, die es der Hisbollah ermöglichte, Drohnen mitten im zivilen Raum zu sammeln und zu lagern. Von dort hätten sie auch gestartet werden sollen. Die geplante Vorgehensweise: sich hinter dem Leben selbst zu verstecken und es gleichzeitig als Schutzschild für eine ganze Terror-Organisation zu nutzen.

Bedrohung für ganz Israel

„Diese Fluggeräte haben Reichweiten zwischen 200 und 500 Kilometern“, erklärt der Kommandant in einem Kanal der israelischen Armee in den Sozialen Medien. „Das bedeutet, dass sie nicht nur den Norden Israels, sondern auch den Großteil der israelischen Küste bedrohten. Wir sind genau deshalb hierher gekommen, um der Hisbollah diese Fähigkeiten zu nehmen.“

Es überrascht nicht, dass einige der gefundenen Kriegsmittel vom Iran finanziert wurden: „Die Waffen hier sind wie die, die von allen Stellvertretern verwendet werden, von der Hisbollah bis zu den Huthis im Jemen. Es ist wichtig, dass die Waffen nicht in den Händen des Feindes bleiben.“

Auch in vielen Wohnhäusern sind Waffen gelagert

Die Geschichte endet nicht im Untergrund, sondern geht auch an der Oberfläche weiter. „Wir sind seit mehreren Monaten im westlichen Teil des Libanon und in den letzten Wochen hier im Dorf“, sagt Major M., ein Kämpfer der 551. Brigade. „Wir wussten, dass es hier einen Feind gibt, aber wir wussten nicht, wie tief er im Boden verwurzelt war. Fast jedes Haus verfügt über bedeutende Waffen und Kampfmittel.“

„Es gibt noch viel zu tun“, erklärt Oberstleutnant D. kurz vor dem Höhepunkt der Aktivitäten Ende Juni, „aber die Soldaten hier sind voller Zufriedenheit. Wir haben es geschafft, den Tunnel und die Infrastruktur zu lokalisieren – wahrlich mit Blut, Schweiß und Tränen. Heute, dank dieser Aktivitäten, verstehen wir, dass unsere Anwesenheit die Kinder des Nordens schützt – und ihre Sicherheit ist letztlich unsere aller Sicherheit.“

Auch deutscher Reporter besichtigte den Tunnel

Auch ein deutscher Journalist, der Global Reporter von Axel Springer Jan Philipp Burgard, besuchte den Tunnel mit einem Kameramann in Begleitung der Armee. Nachts dokumentierte er die Funde: „Von hier aus wurden viele tödliche Angriffe auf Israel aus der Luft vorbereitet“ erklärt Burgard vor der Kamera, während er an den Drohnen vorbei tiefer in den Tunnel hineingeht. Er hebt hervor, dass die Beschriftung der Munitionskisten eindeutig auf eine iranische Herkunft hinweist.

Von: Benjamin J.

Benjamin J. stammt aus Deutschland. Seit seinem 27. Lebensjahr lebt er in Israel. Er ist Christ, Ehemann, fünffacher Vater und als Freiwilliger bei Feuerwehr und der Grenzschutzpolizei im Kreis Hadera aktiv.

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