​Deutschland greift bei seinen Rüstungsbemühungen auf israelische Entwicklungen zurück. Von einem Test im Nordatlantik zeigte sich der Marineinspekteur begeistert.
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BERLIN (inn) – Die deutsche Marine hat in der Nacht zum Mittwoch erfolgreich die in Israel entwickelte Rakete LORA getestet. Der Inspekteur der Marine zeigte sich im Anschluss begeistert: „Wir haben Marinegeschichte geschrieben“, schrieb Vizeadmiral Jan Christian Kaack auf Instagram.

Weiter erklärte Kaack: „Das System lässt sich erfolgreich von unseren Einheiten aus einsetzen und die mögliche Reichweite übersteigt alles, was wir bisher kannten. Zum Schutz Deutschlands und unserer Verbündeten stellt diese Erprobung ein neues Kapitel in Sachen Abschreckung und Verteidigungsbereitschaft auf See dar.“

Der Vizeadmiral zeigte sich „hochzufrieden“ angesichts der Ergebnisse. Gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ sprach er von einer Reichweite von 500 Kilometern. Er ergänzte, dass nun Pläne für eine Beschaffung der Waffen auf den Weg gebracht werden.

Präzise Kurzstreckenrakete

Der Test erfolgte im Nordatlantik zwischen Irland und Island. Zum Einsatz kam die ballistische Rakete LORA des israelischen Rüstungsunternehmens Israel Aerospace Industries (IAI).

Nach Angaben des Herstellers ist das Geschoss in der Lage, Ziele „tief im Feindesgebiet“ anzugreifen. Die Reichweite weist IAI mit 430 Kilometern aus. Die Rakete lässt sich vom Boden oder von Schiffen abfeuern. Sie hat eine Genauigkeit von 10 Metern und kann alle ihre Ziele binnen 10 Minuten erreichen.

Ausbau der Tiefschlagfähigkeit

In Israel wurde die Rakete 2018 in Dienst gestellt. LORA steht für „Long Range Attack“, Langstreckenangriff. Nach klassischer Einordnung handelt es sich um eine Kurzstreckenrakete. Auf Hebräisch erinnert der Name an die Wendung „nicht schlecht“.

Nach Einschätzung des Fachmagazins „Defence Network“ handelt es sich bei dem Test um einen Teil der Bemühungen Deutschlands, die Tiefschlagfähigkeiten auszubauen. Neben Taurus hätte Deutschland demnach eine weitere schnell verfügbare Waffe für weit entfernte Landziele.

Gemeinsame Rüstungsprojekte

Deutschland und Israel arbeiten im Militärbereich eng zusammen. Erst am Dienstag trat das sechste in Deutschland hergestellte U-Boot seinen Weg von Kiel in den israelischen Heimathafen an. Zudem vereinbarten die Heere beider Länder im Februar eine Zusammenarbeit.

Anfang Dezember nahm Deutschland das in Israel entwickelt Raketenabwehrsystem Arrow 3 südlich von Berlin in Betrieb. Die deutsche Luftwaffe sprach in diesem Zusammenhang von einem „strategischen Meilenstein“. (df)

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