​Bei einer Konfrontation zwischen Israelis und Palästinensern bei Nablus fallen tödliche Schüsse. Die Armee verhängt in der Folge eine Ausgangssperre für das Westjordanland.
Der Beitrag Mehrere Tote bei Konfrontation zwischen Siedlern und Palästinensern erschien zuerst auf Israelnetz. 

NABLUS (inn) – Bei einem Streit zwischen Siedlern und Palästinensern in dem Dorf Tell bei Nablus ist es am Freitagmorgen zu tödlichen Schüssen gekommen. Dabei wurden zwei israelische Reservisten und vier Palästinenser getötet sowie mehrere Beteiligte verwundet. Den Tod des zweiten Reservisten gab die Armee erst am Nachmittag bekannt.

Die Armee sieht die Hauptverantwortung für den Vorfall bei einer Gruppe von Siedlern. Diese habe sich bei einer Wanderung ohne vorherige Abstimmung in die Zone A und B des Westjordanlandes begeben. Palästinenser hätten sie nahe einer Moschee konfrontiert.

Konfrontation eskaliert

Die Israelis gaben nach Erkenntnissen der Armee zunächst Schüsse in die Luft ab. Daraufhin sei die Bürgerwehr der nahe gelegenen Siedlung Chavat Gilad herbeigeeilt. Auch Armeekräfte kamen zum Ort des Geschehens, um die Menge zu zerstreuen.

In dem Chaos habe dann ein Palästinenser einem bewaffneten Zivilisten die Waffe entwendet und Schüsse abgegeben. Im Schusswechsel kam es zu den tödlichen Verletzungen, der israelische Befehlshaber tötete dabei den Angreifer.

Die Behörden gaben nach dem Vorfall zunächst die Identität des einen getöteten Reservisten bekannt: Demnach handelt es sich um den 32-jährigen Benajahu Mellet. Er hinterlässt seine Frau Esther und zwei Töchter im Alter von 12 und 13 Jahren. Er gehörte der Bürgerwehr von Chavat Gilad an.

Bei dem zweiten getöteten Reservisten handelt es sich um Juval Esra. Der 27-Jährige stammte aus Herzlia.

Armee kündigt Einsätze an

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) hielt am Freitag eine Lageberatung ab, bei der unter anderen Verteidigungsminister Israel Katz (Likud) und Armeechef Ejal Samir zugegen waren. Die Sitzung war bereits am Donnerstag nach zwei Terroranschlägen angekündigt worden.

Die Armee verstärkte am Freitag ihre Präsenz in der Gegend und sagte den Wochenendurlaub für die Soldaten ab. Sie rechnet mit weiteren Gewaltausbrüchen. Zudem kündigte sie „ausgeweitete Einsätze gegen Terror“ an und verhängte für das Wochenende eine Ausgangsperre im Westjordanland.

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Bereits am Donnerstag war es zu zwei palästinensischen Terrorangriffen gekommen. Zwei Palästinenser fügten dem 51-jährigen Itamar Cohen bei einem Messerangriff nahe der Siedlung Elon More schwere Verletzungen zu. Cohen war gerade dabei, ein von Palästinensern gelegtes Feuer zu bekämpfen. Die Angreifer wurden getötet.

Wenig später verletzte im Großraum Dschenin ein Terrorist einen Armeeangehörigen mit einem Messer am Bein. Armeekräfte erschossen ihn daraufhin. Später stellte sich heraus, dass es sich um einen Polizisten der Palästinensischen Autonomiebehörde handelte. (df)

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